Ernst und Heiter

1.1.2017

Geistreicher Jahreswechsel

In der Nacht zwischen den Jahren
trinkt man reichlich Bier und Klaren,
prostet rechts, prostet zur Linken,
um die Gläser leer zu trinken,
wechselt zwischendurch zum Rotwein,
schenkt um Mitternacht noch Sekt ein.
Nach und nach wird alles leerer,
nur der Kopf wird immer schwerer,
diese Nächte, hoch die Tassen,
sind es, die dich altern lassen!

Auch der Bauch soll's jetzt gut haben,
lange musste er schon darben,
über Gurken, Fleisch und Pilze
legt man Käse, dass er schmilze,
Mitternacht noch 2 Paar Wiener,
dann aus Tradition Berliner
und der Bauch wird voll und völler,
draußen hört man schon Geböller,
Funkregen geh'n hernieder,
schwer sind Zunge, Kopf und Glieder!

Neujahrsmorgen dann Theater
wird man wach mit einem Kater.
In der zugig kalten Kammer
übt man sich in Katzenjammer,
dicker Kopf und viel Gestöhne
und man meidet laute Töne,
jedes Jahr wieder das Gleiche
aus dem Spiegel blickt 'ne Leiche.
Man verflucht den letzten Rotwein,
möchte jetzt am Liebsten tot sein.

Zwischen den Erinnerungsfetzen
bleibt von Vorsatz und Vorsätzen
nur als Fazit der Entschlüsse,
dass sich etwas ändern müsse!
Ab sofort ist Schluss mit Prassen,
jetzt wird nur noch weggelassen!
Und nach Reifung des Entschlusses
und Entsagung des Genusses
kann man endlich wieder Mensch sein ...
... schenkt sich leis' ein erstes Bier ein!

Prost Neujahr!


© 1998 - 2018, Thorsten Reimers.